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Wer gern einmal eine Zigarre raucht oder sogar ein richtiger Aficionado ist, kauft sich nicht just in dem Moment, wenn er Lust auf eine Zigarre verspürt ebenjene, sondern holt eine aus seiner Zigarrenkiste oder dem Humidor. Und hier sind wir schon mittendrin im Thema dieses Beitrages. Wir wollen uns mit der richtigen Lagerung von Zigarren beschäftigen, denn sie sind sehr empfindlich und trocknen schnell aus. Außerdem schmecken viele hochwertige Zigarren erst nach einer Weile in der Kiste oder dem Humidor – was das ist, erklären wir euch noch- richtig aromatisch und gut. Zigarren lagern könnt ihr am besten mit einem Humidor, aber auch in einer Kiste oder sogar in einer Plastiktüte sind Zigarren, zumindest kurzzeitig, gut aufbewahrbar.

Welche Möglichkeiten der Lagerung von Zigarren gibt es?

Wir haben eben schon erwähnt, dass es mindestens drei Möglichkeiten gibt, eure Zigarren zu lagern. Ob ihr euch einen Humidor kauft, eine Zigarrenkiste verwendet oder einfach zu einer Plastiktüte greift, hängt vor allem davon ab, wie lange ihr die Zigarren lagern wollt. Einfach nur irgendwo hinlegen und dann in ein paar Tagen oder Wochen die Zigarre rauchen, funktioniert auf jeden Fall nicht. Die Zigarren stammen aus tropischen Gebieten, deren Klima sich durch eine hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme auszeichnet. Hier in Deutschland und dem Rest von Europa haben wir diese klimatischen Bedingungen, in denen sich die Zigarren besonders wohlfühlen nicht. Daher müssen wir versuchen, den Tabakstangen genau diese zu schaffen.

Am einfachsten geht dies mit einem Humidor – und dieser eignet sich auch für die jahrelange Aufbewahrung der edlen Zigarren. Es gibt ihn als kleines Kästchen, als Schränkchen und sogar als begehbaren Zigarrenschrank. Wer also wirklich Zigarrenliebhaber ist, sich um seine Zigarren gut kümmern möchte und vielleicht sogar eine kleine oder große Sammlung anschaffen möchte, kommt nicht um den Kauf eines Humidors herum. Deswegen widmen wir ihm auch den größten Teil des Artikels, auch wenn wir in unserer Kurzübersicht  unten noch die Zigarrenkiste und den Plastikbeutel vorstellen.

Wenn ihr euch auf eine bestimmte Zigarre festgelegt habt und vielleicht noch eine irgendwo eine ganze Kiste Zigarren herumliegen habt, oder euch eine eurer Lieblingssorte gekauft habt, braucht ihr nicht unbedingt einen Humidor. Packt eine Sorte in eine Zigarrenkiste und lagert sie, am besten in einen luftdichten Plastikbeutel verpackt, an einem trockenen Ort bei Zimmertemperatur. So halten die Zigarren eine ganz Weile – auch ohne den speziellen Humidor. Achtet aber darauf, dass die Zigarrenkiste wirklich eine gute Qualität aufweist, keine Risse hat oder schon sehr spröde, also ausgetrocknet ist. Zigarrenkiste
Habt ihr nur einen kleinen Vorrat an Zigarren und schafft euch je nach Lust und Laune nur ein paar für die nächsten Tage oder einige wenige Wochen an, dann könnt ihr auf eine sehr einfache Art der Lagerung der Zigarre zurückgreifen. Zigarren der gleichen Marke bzw. des gleichen Fabrikats finden ihren Platz in einer verschließbaren Zip-Bag. Ja, ihr habt richtig gelesen! Die verschlossene Tüte muss lediglich unbedingt an einem trockenen und dunklen Ort gelagert werden. Es darf keine hohen Temperaturschwankungen und natürlich keine direkte Sonneneinstrahlung geben. So bleiben die Zigarren 2 bis 3 Wochen frisch und verlieren nicht an Feuchte und Geschmack. Wollt ihr allerdings die Zigarren länger in der Zip-Bag lagern, dann benötigt ihr einen kleinen Feuchtigkeitsspender. Ein kleines Schwämmchen, welches mit destilliertem Wasser getränkt wurde, reicht hierfür völlig aus. Der Schwamm darf aber nicht in direkten Kontakt mit den Zigarren kommen. Zip-Bag
Sobald ihr aber mehr als die zehn oder zwanzig Zigarren lagern wollen und vor allem ganz unterschiedliche Sorten, empfehlen wir euch unbedingt einen Humidor. Die Humidore sind zwar in vielen, sehr unterschiedlichen Ausführungen im Handel zu bekommen, aber nicht jeder braucht gleich einen großen repräsentativen Humidorschrank. kleine, gut arbeitende Humidore gibt es schon ab 30 Euro. Allen gemein ist, dass sie im Innern mit Zedernholz, meist aus Spanien, ausgelegt sind, um die Feuchtigkeit gut halten zu können. Außerdem verfügt ein Humidor über einen Hygrometer und eine Einrichtung zum Befeuchten. Hier gibt es dann ganz unterschiedliche Ausführungen. Alles über den Humidor erfahrt ihr im Artikel. Humidor zum Zigarren lagern

Zigarren lagern im Humidor

Zigarren kommen aus den Herstellerländern meist in geschlossenen Kisten und noch cellophaniert in die Läden der Händler. Viele sind vor der Verschiffung noch nicht einmal optimal gereift und kommen so ziemlich frisch und mit einer hohen Feuchte bei uns an. Auch beim Händler liegen sie meist nicht so besonders lange, um noch wirklich nachzureifen, damit ihr den vollen Genuss erleben könnt. Lagerware kostet Geld. Schon allein deswegen solltet ihr Zigarren lagern, bevor ihr sie anzündet, um ihnen noch etwas Zeit für die optimale Entfaltung ihres Geschmackes zu geben. Ihr könnt dies mit den oben beschriebenen Möglichkeiten machen.

Doch ehrlich, Zigarre rauchen ist eine Stilfrage und die Zigarren sind auch nicht besonders günstig – also irgendwann solltet ihr wirklich darüber nachdenken, sie aus der Plastiktüte oder gar der Frischhaltedose zu befreien und ihnen ein gutes Zuhause zu geben. Mit einem Humidor ausgestattet, reifen eure guten Glimmstängel am besten und es gibt einfach keine bessere Methode Zigarren zu lagern. Deswegen beschäftigen wir uns jetzt etwas ausführlicher mit dieser Aufbewahrungsmethode.

Material des Humidors

Die meisten Humdore bestehen aus Holz, idealerweise aus spanischem Zedernholz, welches die Luftfeuchte am besten halten kann. Aber auch Humidore aus Walnuss – oder Mahagoniholz finden sich im Handel. Diese sollten dann aber trotzdem zusätzlich innen mit Zedernholz ausgestattet sein.  Es gibt sie aber auch aus Aluminium oder sogar Kunststoff. Reisehumidore für echte Outdoorspezialisten sollen sogar bis mehrere hundert Meter wasserdicht sein. Für welche äußere Holzart ihr euch entscheidet, hängt ganz von eurem Geschmack ab. Wichtig ist, dass euer Humidor eine Befeuchtungseinheit und ein Hygrometer hat, damit das perfekte Klima für die Zigarren geschaffen werden kann. Am besten sollte man Zigarren bei einer Luftfeuchtigkeit von 68 bis 70 Prozent lagern. Profis empfehlen eine Temperatur von circa 18 Grad, teilweise wird auch von leicht über 20 Grad Celsius gesprochen. Aber ganz so wichtig ist die genaue Einhaltung der Temperatur nicht. Hauptsache, sie schwankt nicht bedrohlich.

In den meisten Fällen steht euer Humidor in einem Raum, in dem die Umgebungstemperatur etwas höher liegt, als die optimalen 18 Grad Celsius. Daher ist es ratsam, diesen entweder in einen kühleren R

Die Größe des Humidors

Bei der Größe des Humidors kommt es ganz darauf an, wie viele Zigarren ihr lagern wollt. Es gibt sie in ganz unterschiedlichen Größen. Die gängigsten bieten Platz für 10 bis 50 Zigarren. Natürlich gibt es auch noch größere Ausführungen und kleine bis richtig große Schränke, in denen ihr eure Zigarren lagern könnt. Die meisten Humidore haben Trennstäbe, mit denen ihr eure verschiedenen Sorten von Zigarren lagern könnt, ohne dass, sie sich im Geschmack vermischen. Auch separate Fächer sind üblich. Wer ganz penibel ist, lagert jeweils nur eine Sorte bzw. Marke in einem Humidor und hat somit  wohl bald eine ganze Sammlung der Aufbewahrungskisten. Wichtig bei der Größe des Humidors ist neben der Zahl der Zigarren, die er aufnehmen kann vor allem, dass er groß genug ist für eine optimale Luftzirkulation. Wählt also nicht den kleinsten und stopft ihn unmäßig voll.

Wie funktioniert die Befeuchtung der Zigarren?

Viel wichtiger als die Temperatur ist bei der Lagerung von Zigarren die richtige Befeuchtung. Zu trockene Zigarren haben oft schon runzelige oder rissige Deckblätter. Raucht ihr diese, wird von Genuss nicht ganz so die Rede sein können, denn sie werden etwas stechend und aggressiv schmecken. Sie brennen viel schneller ab und glühen heißer. Auch zu hohe Feuchtigkeit ist nicht optimal. Diese Zigarren sind dann schwer im Zug, brennen ungleichmäßig ab und schmecken dadurch sehr unausgewogen.

Umso wichtiger ist es also, auf eine gute Luftfeuchtigkeit und somit einen guten Befeuchter zu achten, wenn ihr wirklich Freude an euren Zigarren ahben wollt. Es gibt verschiedene Arten von Befeuchtern, die ihr entweder einzeln in einer Kiste oder wie oben beschrieben, in eurem Plastikbeutel anwenden könnt oder schon in einem Humidor eingebaut sind. Diese funktionieren elektronisch und werden auch als aktives Befeuchtigungssystem bezeichnet.

Arten von Befeuchtern

Schwammbefeuchter

Schwammbefeuchter werden einfach mit destilliertem Wasser befeuchtet und geben dann eben diese Feuchtigkeit an den umliegenden Raum ab. Oft  wird dabei eine Art Steckmasse eingesetzt. Beim Schwammbefeuchter besteht grundsätzlich die Gefahr der Schimmelbildung an den Zigarren, weswegen wir euch eher davon abraten, diese Art der Befeuchtung beim Zigarren lagern zu benutzen.

Feuchtigkeitsperlen

Eine weitere Möglichkeit die Zigarren zu befeuchten, sind Polymerkristalle. Vielleicht habt ihr schon in Schuhen oder Taschen und anderen Lederwaren solch kleine Beutel gesehen, die mit einer Art Perlen gefüllt sind. Genau davon reden wir, nur eben für Zigarren. Die kleinen Kristalle saugen sich mit Feuchtigkeit voll und wachsen dabei um ein Vielfaches ihrer Größe. Sie geben die Feuchtigkeit dann nach und nach gut dosiert an ihre Umwelt ab. Die Gefahr der Schimmelbildung, die eine jede Zigarre zerstört, besteht hier nicht.

Digitale Befeuchter

Eine zwar teure, aber auch sehr bequeme und zuverlässige Art die Luftfeuchte zu regeln sind aktive Befeuchtungssysteme, die in einem Humidor schon verbaut sind oder ihr nachrüsten könnt. Im Prinzip arbeiten diese Befeuchter mit der Schwammtechnik, aber die Feuchtigkeitsabgabe wird elektronisch gesteuert. Zusätzlich haben diese Systeme einen Ventilator, der die Feuchtigkeit zuverlässig und gleichmäßig im Humidor verteilt. Wenn ihr also einen großen Humidor habt und viel Wert auf eine gute Lagerung eurer Zigarren legt, dann solltet ihr über ein solches System nachdenken. IN vielen Humidoren sind solche Systeme schon verbaut.

Zigarren lagern in der perfekten Luftfeuchtigkeit

Für die optimale Luftfeuchtigkeit beim Zigarren lagern sorgt ein Hygrometer. Dieser Luftfeuchtemesser ist für die perfekte Aufbewahrung unabdingbar. Dabei werden zwei Ausführungen unterschieden: Spiralhygrometer und Haarhygrometer. Im Prinzip arbeiten beide zunächst einmal gleich.Sie enthalten eine wasseranziehendes Element, welches sich je nach Luftfeuchtigkeit ausdehnt oder eben zusammenzieht.

Hygrometer im Humidor

Spiralhygrometer

Im Spiralhygrometer werden meistens feine, mit Kunststoff beschichtete Metallstreifen verwendet. In vielen preisgünstigen Humidoren sind diese Spiralhygrometer verbaut. Sie sind nicht grundsätzlich schlecht, wir wollen sie nicht vetreufeln, aber seid euch bewusst, dass diese nicht besonders präzise arbeiten. Abweichungen von 7 – 9 Prozent sind bei den Spiralhygrometern durchaus möglich.

Haarhygrometer

Haarhygrometer arbeiten mit einem Echthaar oder auch einer synthetischen Faser und ist wesentlich präziser. Schaut also beim Kauf eures Hygrometers bzw. des Humidors nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Art der Messung. Eure Zigarren und am Ende euer Geschmack wird es euch danken. Es wäre doch schade, wenn eine sündhaft teure Zigarre durch falsche Luftfeuchte zu trocken oder zu feucht wird und ihren wirklichen Geschmack gar nicht entfalten kann.

Elektronische Hygrometer

Es gibt auch elektronische Hygrometer, die mit einem Impedanzsensor oder einem kapazitiven Sensor arbeiten. Sie sind aber wirklich teuer. Die Anschaffung eines solchen lohnt sich nur bei richtig teuren Zigarren und wenn ihr wirklich extrem auf Nummer sicher gehen wollt. Wenn ihr das wollt, dann schaut gleich nach einem Humidor, der ein aktives Befeuchtungssystem mit integrierten elektronischen Hygrometer verfügt. Ganz penible dürfen natürlich ihr aktives System noch mit einem Haarhygrometer kontrollieren.

Ihr seht also, nicht nur das Rauchen einer Zigarre, sondern auch das Zigarren Lagern ist schon fast eine Wissenschaft für sich. Aber der Genuss ist es euch doch bestimmt wert. Es gibt im Übrigen auch Zigarren, bei denen ihr nicht so auf die Luftfeuchtigkeit achten müsst. Die sogenannten Shortfiller, meist aus Holland, benötigen nur 12 – 15 Prozent Luftfeuchte und halten sich so auch ohne Humidor, Hygrometer und Befeuchter jahrelang. Sie sind trockene Zigarren, die maschinell produziert werden und eine Einlage mit gebrochenem Tabak haben. Die Herstellung dieser Zigarren unterscheidet sich also maßgeblich von der traditionellen Herstellung.

Nun habt ihr aber genug gelesen. Es wird Zeit, sich mit einer guten Zigarre zu entspannen und uns in den Kommentaren eure Erfahrungen und Tipps zum Lagern von Zigarren zu verraten.

Zigarren lagern – So geht es richtig!
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