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Wie man genau eine Zigarre anzünden sollte und warum die richtige Technik den Unterschied macht, zeigen wir heute. Vor kurzem haben wir Zigarren für Anfänger vorgestellt. Wer jetzt stolzer Besitzer seiner ersten Zigarren ist, der möchte natürlich wissen, wie man richtig Zigarren anzündet. Gerade als Anfänger mag man sich nicht blamieren oder den genussvollen Moment falsch erleben, daher haben wir eine Anleitung zusammengestellt. Wenn Ihr Fragen habt, dann hinterlasst wie immer einen Kommentar. Wir antworten bestimmt.

Neben der richtigen Technik braucht man auch das passende Zubehör zum Zigarre anzünden. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welche für euch die Beste ist,wird eure Vorliebe zeigen. Jedes Zündmittel hat seinen eigenen Charme und Stil – aber lest selbst. In unserer Anleitung Zigarre anzünden werdet ihr bestimmt schnell als Aficionado euren eigenen besten Weg herausfinden. Im Vordergrund steht natürlich nicht nur das stilsichere Auftreten, sondern auch der echte Genuss. Also wie zündet man eine Zigarre an?

Zigarre anzünden das passende Zubehör

Wie schon beschrieben, kommt die Flamme nicht aus der Hand, sondern benötigt ein gutes Grundequipment. Welches Zubehör welche Eigenschaften hat, klären wir im Folgenden. Hier erstmal die Liste:

  • Zigarre
  • Schneider oder Zigarrenmesser
  • Streichhölzer, Feuerzeug oder Zedernholz

Das ist doch mal eine überschaubare Liste. Jetzt kann es auch schon losgehen.

Anleitung für das Anzünden der Zigarre

Muss man eine Zigarre anschneiden? Ja, das muss man auf jeden Fall machen, ansonsten zieht die Zigarre nicht. Damit die Zigarre nicht ausfranst oder kaputt geht, solltet ihr einen professionellen Zigarrenschneider oder ein Zigarrenmesser verwenden. Bitte auf keinen Fall ein normales Messer oder eine Schere nehmen, dann ist in den meisten Fällen eure Zigarre dahin. Die Rechnung trägt man dann, sofern man die Zigarre überhaupt noch rauchen kann, mit nervigen Tabakstückchen im Mund – das ist wirklich kein Genuss! Ich denke nicht, dass es euch schwer fallen wird, die richtige Seite der Zigarre abzuschneiden. Es ist die, welche noch einen Hut trägt (nahe der Banderole) 🙂

Manche Zigarren haben eine Markierung für die perfekte Stelle, aber eigentlich kann man hier nicht viel falsch machen und die Stelle ist fast nebensächlich. Wer schon mal in Kuba direkt von der Plantage eine Zigarre gekauft hat, der wird keine Markierung entdecken können. Übrigens kann man nur davon abraten die Banderole zu entfernen, denn sie ist mit einem lebensmittelechten Kleber befestigt und man würde wahrscheinlich die Zigarre hierbei beschädigen oder unschöne Kleberreste behalten. Die Banderole zu lösen, macht erst beim Rauchen Sinn. Wenn man im letzten Drittel der Zigarre angelangt ist, dann kann man es wagen. Durch die Wärme die beim Rauchen entsteht, wird sich die Banderole nun deutlich leichter lösen lassen.

Jetzt kommen wir zu drei Möglichkeiten beim Zigarre anzünden. Bitte dabei die Zigarre niemals direkt in die Flamme halten.

Streichhölzer für die Zigarre

Streichhölzer haben ihren eigenen Charme. Die Prozedur mit dem Streichholz sieht sehr stilvoll aus. Einen kleinen Nachteil hat das Anzünden mit Streichhölzern, denn wenn man zu schnell nach dem Anzünden die Zigarre raucht, verfälscht der Schwefelgeruch und Geschmack das pure Aroma der Zigarre. Es gibt Genießer, für die dieser Beigeschmack dazu gehört. Das ist aber reine Geschmackssache. Wenn ihr euch für Streichhölzer entscheidet, dann lasst das Streichholz nach dem Entflammen kurz abbrennen. So verflüchtigt sich der größte Anteil des Schwefels.

Aber Streichholz ist nicht gleich Streichholz. Manch eine Zigarre will eine ganze Weile angeheizt werden, bevor sie entflammt. Daher sollte man auf besonders lange und dicke Streichhölzer achten. So verbrennt man sich nicht die Finger und kann sich entspannt Zeit lassen. Das Zigarre Anzünden dauert eine Weile, egal mit welchem Zündmittel man arbeitet. Je nach Zigarrenart und Dicke, bzw. Stil des Aficionado dauert dieser Vorgang 10-40 Sekunden. Man sollte auch bei der Wahl des Streichholzes auf ein besonders harzarmes achten.

Zigarre anzünden Streichholz

Feuerzeug zum Anzünden

Auch das Feuerzeug ist eine beliebte Wahl. Beim Feuerzeug sollte man darauf achten, dass es sich um ein Butan-Feuerzeug handelt. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum heißt das Ding Butan-Feuerzeug und nicht Gasfeuerzeug? Ganz einfach: nicht jedes Gasfeuerzeug wird mit Butan gezündet, es gibt auch welche, die nicht mit hochreinem Butan betrieben werden. Benzin, Kerzen und andere riechende Stoffe mit Geschmack wie Benzindämpfe und Ruß verfälschen den Genuss. Aber nicht nur das, normale Feuerzeuge kommen mit der langen Anzünddauer nicht zurecht und werden zu heiß. Die Folge sind Brandverletzungen.

Die besten Butan-Feuerzeuge sind Jet-Feuerzeuge. Sie sehen aus wie ein kleiner Bunsenbrenner, bringen die beste Leistung und auch den besten Geschmack. Die Flamme ist starr, extrem heiß, feuert gezielt und macht das Zigarre anzünden deutlich angenehmer. Hier gibt es unterschiedliche Modelle, wie beispielsweise solche mit doppelter oder dreifacher Flamme, welche zu einer verbunden werden. Das bedeutet natürlich nochmal mehr Power. Das kann gerade bei Zigarren mit dickerem Durchmesser von Vorteil sein. Das Feuerzeug mit Jet-Flamme ist unser Favorit.

Achtung: Ein gutes Feuerzeug für die Zigarre ist natürlich nachfüllbar, aber beim Butan gibt es Unterschiede. Man sollte auf ein besonders reines Butangas achten. Das verfälscht den Geschmack nicht und verursacht keine verstopften Düsen oder schlechte Leistung.

Zedernholz für Profis

Zündhölzer aus Zedernholz sind nicht nur ein wahrer Genuss, sondern machen schnell sichtbar, dass es sich um einen Profi handelt. Sicherlich wird es jetzt Stimmen geben, die uns widersprechen, aber die Zigarre mit Zedernholz anzünden macht schon was her. Zigarrensticks aus Zedernholz gibt es in jedem gut sortierten Fachhandel. Sie werden aber in der Regel auch in guten Bars und Zigarrenclubs gereicht.

Der Zedernholzspan ist kein Streichholz, daher muss man ihn noch entzünden. Eine Kerze ist hierzu ungeeignet. Der Zedernholzspan brennt sehr langsam und ohne Rückstände ab. Manch ein Aficionado schwört auf den Geschmack des Zedernholzes als Verstärker. Wenn die Zigarre angezündet ist, dann bitte nicht ausblasen, da der Span dazu zu breit ist – wie gesagt es ist kein Streichholz. Einfach den Span abbrennen lassen, bis er in den Aschenbecher passt und ihn dann dort ausgehen lassen.

Zigarre anzünden – los gehts

Jetzt aber genug der Theorie und Diskussion, wir wollen die Zigarre anzünden. Vorher ist noch ein letzter kleiner Schritt notwendig, man muss die Zigarre aufwärmen. Man spricht hierbei auch vom Toasten oder Anrösten. Nehmt die Zigarre und das Anzündmittel eurer Wahl. Für den ein oder anderen Aficionado ist dieser Part bereits Bestandteil einer wohl geübten Zeremonie. Ob mit Show oder ohne Show ist jedem selbst überlassen. Was kein Teil der Show ist: die Zigarre muss über der Flamme gedreht werden, damit sie gleichmäßig entflammt. Das erkennt man daran, dass die Ränder der Zigarre anfangen schwarz zu werden. Wer zu lange anzündet, verbrennt die Zigarre. Nun ist die Zigarre startbereit.

Haltung bewahren

Die Zigarre braucht die richtige Haltung. Dazu nimmt man sie mit Mittelfinger, Zeigefinger und Daumen und führt sie zum Mund. Die Zigarre wird nun angezündet, während man an ihr saugt. Auch hier wird wieder gedreht, damit der Vorgang gleichmäßig verläuft. Wenn die Zigarre langsam und gleichmäßig einmal gedreht wurde, dann sollte sie in den meisten Fällen angezündet sein. Bitte nicht weiter an der Zigarre ziehen, wenn sich kein einheitlicher Glutstock entwickelt hat. Die Glut wird sich nicht durch weiteres Ziehen begradigen.

Zigarre auf Lunge rauchen? Davon kann man nur abraten, Zigarrenrauch ist noch schädlicher als der von Zigaretten. Im besten Fall müsst Ihr einfach nur schnell auf die Toilette rennen, denn Zigarrenrauch hat es in sich, gerade für die Verdauung. Wenn Ihr an der Zigarre den ersten kräftigen Zug genommen habt, dann schaut euch das Ende an, ob sich die Glut gleichmäßig entwickelt hat. Sollte das nicht der Fall sein, ist das kein Grund zur Panik. Hier hilft kräftiges Pusten auf die Glut.

Jetzt steht dem Genuss nichts mehr im Wege. Entspannt euch und raucht die Zigarre langsam. Hastiges Rauchen mindert den Genuss und wirkt unentspannt. Wenn die Zigarre sich dem Ende neigt, dann kann man sie einfach in den Aschenbecher legen. Zigarren werden grundsätzlich nicht ausgedrückt. Das liegt daran, dass es zum einen keinen Stil hat, zum anderen, dass es auch sehr unangenehm riecht.

Fazit

Egal womit ihr euch die Zigarre schmecken lasst, man sollte unbedingt als Hauptaugenmerk beachten, dass das Anzündmaterial geschmacks- und geruchsneutral ist. Dann steht dem Genuss nichts im Weg.

Zigarre anzünden – wie ein Profi
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