In Kuba, dem Land der Zigarren, macht man sich keine wirklichen Gedanken darüber, wie man die Zigarre richtig anschneidet. Man beißt einfach den Kopf ab, spuckt ihn zur Seite und beginnt genüsslich zu paffen. Das gehört hierzulande natürlich gar nicht zum guten Ton, zumal das Zigarre Rauchen hier oft mit feineren Kreisen und einem gepflegten Ambiente verbunden ist. Außerdem kommt noch hinzu, dass nur ein glatter Schnitt einen optimalen Rauchgenuss ermöglicht. Wer schon ein erfahrener Zigarrenraucher ist, wird diesen Artikel vielleicht nicht ganz so spannend finden, weil er die Möglichkeiten , wie man sich eine Zigarre anschneiden kann, schon kennt, aber blutige Anfänger und interessierte Nichtraucher stellen sich sicher die Frage nach dem korrekten Weg und warum man das überhaupt macht. Deswegen wollen wir natürlich gern darauf eingehen und euch die verschiedenen Möglichkeiten des Anschneidens einer Zigarre vorstellen.

Warum man eine Zigarre anschneiden sollte

Die Spitze, genauer gesagt, der Kopf einer Zigarre ist wie die ganze Zigarre durch das Deckblatt umhüllt und schützt sie vor Austrocknung und Aromaverlust. Auch wenn viele Zigarren mittlerweile vakuumverpackt in den Handel kommen, haben die meisten diese natürlichen Schutz auch weiterhin. Eine Zigarre ohne Deckblatt ist eben auch keine Zigarre. Damit man gemütlich und mit größtmöglichen Genuss seine Zigarre rauchen kann, muss sie also angeschnitten werden. Natürlich könnt ihr das wie alte Westernhelden oder die oben erwähnten Kubaner tun, aber dabei besteht immerhin noch die Gefahr, dass ihr euch das Deckblatt zerreißt. Zudem ist es für gleichmäßigen  Zug und Rauchentwicklung wichtig, dass der Kopf möglichst gerade und sauber abgeschnitten ist. Deswegen müsst ihr die Zigarre anschneiden. Dafür gibt es verschiedene Hilfsmittel, die wir euch vorstellen und deren Gebrauch erklären wollen.

[amazon_link asins=’B00LPJ8KJ8,B0028U7EEA,B072FJ12F2′ template=’ProductGrid‘ store=’smokethat-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’8a3eeaf3-88d9-11e8-9257-938a54853fac‘]

Die vier Typen der Zigarrenschneider

Wenn ihr eure Zigarre anschneiden wollt, habt ihr vier professionelle Methode bzw. Schneidemittel zur Auswahl. Wir stellen euch alle vier, den Cutter, den Kerbschneider, den Rundschneider und die Schere vor. Habt ihr alle vier Utensilien nicht zur Hand, geht zur Not auch ein scharfes Küchenmesser. Wir empfehlen aber, euch eines der aufgeführten Werkzeuge zuzulegen.

Der  Zigarrencutter

Am weitesten verbreitet ist der Zigarrencutter. Er gehört zur Standardausrüstung eines Aficionado. Es gibt den Cutter in evrschiedenen Ausführungen. Er kann wie eine Guillotine mit nur einer Klinge funktionieren oder mit zwei Klingen, die sich aufeinander zu bewegen. Ein Cutter ist besonders für schlanke Zigarren geeignet und man kann ihn wunderbar bei spitz zulaufenden Zigarren verwenden.

Der Kerbschneider

Der Kerbschneider ist auch als V-Cutter bekannt. Mittlerweile ist diese Bezeichnung wohl auch geläufiger. Er funktioniert ähnlich wie der zweischneidige ZIgarrencutter, doch die Klingen stehen sich in einem 45-Grad-Winkel gegenüber. Dadurch stanzen sie eine Kerbe in den Kopf der Zigarre, die sich quer durch die Mitte des Kopfes zieht. Die Zigarre sollte für diese Schneidemethode einen möglichst flachen Kopf haben. Für spitz zulaufende Zigarren ist der V-Cutter eher nicht geeignet. Nehmt diesen Schneider für Shortfiller und mittlere Zigarrenformate. Wenn ihr einen Longfiller damit anschneiden wollt, kann es passieren, dass ihr die Einlage der Zigarre quetscht.

Der Rundschneider

Den Zigarrenbohrer nennt man auch Rundschneider. Er war früher unter den Aficionados sehr beliebt, ist aber mittlerweile von den Cuttern und auch der Zigarrenschere abgelöst worden. Doch so mancher Liebhaber schwört noch immer auf diese Methode. Man setzt den Rundschneider oder Zigarrenbohrer am Kopf der Zigarre an und er bohrt ein kleines Loch in diesen.  Es entsteht so eine kleine (5 bis 9 Millimeter), aber gleichmäßige Öffnung am Mundende. Je nachdem, welche Größe die Zigarre hat, die ihr anschneiden wollt, braucht ihr dann allerdings auch unterschiedliche Bohrer. Die Technik ist vor allem für größere Zigarrenformate gut geeignet, benötigt aber etwas Übung. Manch Anfänger hat schon ein paar Tabakreste beim Anrauchen im Mund gehabt, weil diese sich beim Zigarre anschneiden, oder besser anbohren, gelöst haben. Mit der richtigen behutsamen Technik zieht der Zigarrenbohrer diese aber komplett mit heraus, sobald er das Zugloch geschnitten hat.

Die Zigarrenschere

Ebenfalls immer beliebter wird die Zigarrenschere. Sie funktioniert ähnlich wie der V-Cutter oder eben eine Schere. Im Gegensatz zur normalen Haushaltsschere hat sie allerdings eine spezielle Form, damit die Zigarre akkurat geschnitten werden kann. Die Zigarrenschere ist für alle Größen von Zigarren einsetzbar, aber ihr müsst darauf achten, dass die Klingen wirklich scharf sind, damit das Deckblatt nicht reißt. Es sieht natürlich auch besonders stilvoll aus, wenn ihr eure Zigarre mit einer edlen, schicken Schere cuttet, doch unterwegs nimmt sie wesentlich mehr Platz weg als ein kleiner Cutter.

Zum Schluss wollen wir noch darauf eingehen, wann und wo genau man die Zigarren anschneidet. Sicher geht ihr davon aus, dass man die Zigarre vor dem Anzünden anschneidet und das machen die meisten auch so. Es gibt aber auch Verfechter des nachträglichen Anschneidens. Am besten, ihr probiert es einfach einmal aus. Wie viel der Kappe weggeschnitten wird, entscheidet auch ihr selbst, denn die Größe der Zugöffnung entscheidet über das Zugverhalten der Zigarre. Grundsätzlich schneidet man aber nur wenige Millimeter der Spitze ab und achtet darauf, das Deckblatt nicht zu zerstören. Es gibt auch Zigarren, die man nicht anschneiden muss. Das sind zumeist günstige Medium- oder Shortfiller, die schon in der Fabrik angeschnitten werden.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Experimentieren und Ausprobieren auf dem Weg zu eurem perfekten Anschneider.

 

Zigarre anschneiden – so macht man es richtig
5 (100%) 1 vote[s]