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Über Tabakpfeifen und das Pfeiferauchen kann man unendlich lange Geschichten schreiben, denn das Rauchen von Tabak aus pfeifen hat eine unglaublich lange Tradition. So bildeten sich auch viele verschiedene Pfeifenformen für unterschiedliche Zwecke der Nutzung und des Genusses aus. Aber nicht nur in der Form und in der Benutzung unterscheiden sich die Tabakpfeifen, sondern auch das Material hat einen erheblichen Einfluss auf den Geschmack der Tabakpfeife. Nachdem wir uns schon mit dem Aufbau der Tabakpfeife beschäftigt haben, soll es also heute um die unterschiedlichen Pfeifenmaterialien gehen, aus denen vor allem der Pfeifenkopf gefertigt ist. Es gibt nicht nur Pfeifen aus Holz , sondern noch so einige weitere Materialien, aus denen Tabak- und andere Pfeifen hergestellt werden. Wir wollen die gebräuchlichsten vorstellen. Vollständig wird unsere Liste sicher nicht werden, dafür erwähnen wir andere Materialien sicher in weiteren speziellen Artikeln.

Klassische Pfeifenmaterialien – Pfeifen aus Ton

Pfeifen aus Ton sind im Prinzip die ersten Exemplare, die in Europa gefertigt wurden. Man rollte sie von Hand oder die Töpfer fertigten sie in Metallmodeln. Auch das reine Formen auf Töpferscheiben gehörte zu den Herstellungsmöglichkeiten der Pfeifen aus Ton. Die zerbrechlichen Tonpfeifen wurden nach und nach ab dem 19. Jahrhundert durch Pfeifen aus Holz verdrängt. Viele Sammler sind begeistert von Tonpfeifen und haben viele wertvolle und weniger wertvolle Exemplare in ihren Sammlungen, die teilweise eine wunderbare Reise durch die Geschichte darstellen. Aber auch heute findet man Tonpfeifen noch, und zwar als Gastpfeifen. Sie sind auch besonders zu empfehlen, wenn ihr eine neue Tabaksorte ausprobieren wollt und diese nicht gleich an eurer Lieblingspfeife testen möchtet. Einige Aromen setzen sich eben doch gleich im Holz fest. Sind diese nicht so toll wie erwartet, verändern sie dennoch noch eine ganze Weile den Geschmack.

Klassische Pfeifenmaterialien – Pfeifen aus Holz

Pfeifen aus Holz sind die gebräuchlichsten Tabakpfeifen. Wir wollen hier gern drei besonders relevante Holzarten als Pfeifenmaterialien erwähnen: Bruyèreholz, das Holz des Olivenbaumes und die Mooreiche.

Bruyèreholz-Pfeifen

Das wohl am meisten verwendete und bekannteste Pfeifenmaterial ist Bruyère-Holz. Dieses Holz eignet sich besonders gut für die Herstellung von Pfeifen, da es sehr glutbeständig ist. Zudem hat dieses Holz die Eigenschaft sehr fest zu sein, aber auch über schwammige Stellen zu verfügen, die Pfeifentabak und Kondensat gut aufnehmen können. Mit der Verwendung dieses Holzes aus der Wurzelknolle der Baumheide durch französische Pfeifenmacher aus Saint-Claude begann der eigentliche Siegeszug der Tabakpfeife in Europa. Die Baumheide ist nicht kultivierbar und wächst vor allem in mediterranen Gegenden. Typisch für Bruyèreholz ist eine recht helle Farbe. Durch die Behandlung der Oberfläche mit Lacken oder Beize können Pfeifenmacher dem Material aber auch eine ganz individuelle Färbung gegeben werden.

Bruyèrepfeifen sind aber nicht nur besonders gut zu rauchen, sondern bestechen auch durch ihre sensationellen Maserungen, die jede Pfeife zu einem individuellen Einzelstück machen. Aus dem Rand der Wurzelknolle der Baumheide, die für die Pfeifenkopfherstellung verwendet werden, werden besonders hochwertige Pfeifen gefertigt. Der Grund für die Exklusivität ist, dass die Maserung dieses Plateau-Holzes besonders schön ist. Teilweise wachsen auch kleine Steinchen, Sandkörner und ähnliches in das Holz ein, was später tolle Kittstellen werden.

Pfeifen aus Olivenholz

Auch das Holz des OLivenbaumes wird gern für die Tabakpfeifenherstellung verwendet. Das Holz des Olivenbaumes ist besonders dicht und lange haltbar. Vor allem sehr natürlich gehaltene Tabaksorten kommen in Pfeifen aus diesem Holz besonders gut rüber. Ein Vorteil von Pfeifen aus Olivenholz ist es, dass man auf das Einrauchen der Pfeife verzichten und sofort losrauchen kann.

Mooreichen-Pfeifen

Pfeifen aus Mooreiche gehören zu den sehr raren und sehr individuellen Materialien. Mooreiche ist keine Holzart an sich, sondern eine normale Eiche, die aber vor tausenden von Jahren in einem Moor oder Sumpf konserviert wurde. Mooreichen-Pfeifen sind in ihrer Färbung sehr dunkel, fast schwarz. Ihr kennt sicher auch Moorleichen, die sind genauso entstanden wie das Material für die sehr exklusiven Pfeifen. Der Werkstoff ist natürlicherweise stark begrenzt und daher sehr gefragt.

Edle Pfeifenmaterialien

Bei der Vorstellung von edlen Pfeifenmaterialien werden wir uns vor allem auf die Pfeifen aus Meerschaum und die Calabash-Pfeifen beschränken. Die Calabash-Pfeife ist eine eher selten gerauchte Pfeife.

Meerschaumpfeifen

Meerschaum, eigentlich fachlich korrekt Sepiolith, ist ein seltenes Mineral aus Magnesiumsilikat. Das größte Vorkommen dieses Minerals befindet sich in der Türkei, aus der die Meerschaumpfeifen auch ursprünglich stammen. Die Stadt Eskişehir in Nordanatolien ist schon seit 1700 für die Herstellung von Meerschaumpfeifen bekannt. In unseren Gefilden wurde dieser Pfeifentyp aber erst im Laufe des 18. Jahrhunderts bekannt. Noch unbenutzte Pfeifen aus Meerschaum sind strahlend weiß und bekommen im Laufe ihrer Nutzung eine typische Färbung, die in einen bräunlichen Ton geht. man kann die Farbe gut mit vergilbten Plastik vergleichen.

Meerschaumpfeife im Etui mit Tabak

Meerschaum hat zwei Eigenschaften, die das Material zu einem sehr geeigneten  für Tabakpfeifen machen. Es ist besonders hitzebeständig und vor allem wirklich geschmacksneutral. Auch Meerschaumpfeifen müssen, wie Olivenbaumholz.Pfeifen, also nicht eingeraucht werden. Allerdings gibt es auch einen Nachteil. Die Pfeifen aus Meerschaum sind ähnlich zerbrechlich wie Tonpfeifen. Echte Meerschaumpfeifen sind richtig teuer- nicht nur wegen des Materials, sondern weil sie auf jeden Fall handgearbeitet sind.  Wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen will, der kann auf den sogenannten Wiener Meerschaum zurückgreifen. Hier handelt es sich um ein Abfallprodukt bei der Meerschaum-Verarbeitung, dem Massa. Die Reste des Materials für eine Meerschaumpfeife werden mit Gips und Bindemittel gepresst, um daraus dann Pfeifenköpfe zu fertigen.

Calabash-Pfeifen

Die Calabash-Pfeife wird aus dem Flaschenkürbis gefertigt. Er kommt im südlichen Afrika vor. Sie hat einen sehr stark geschwungenen Holm und der Pfeifenkopf ist konisch. in ihrem Inneren hat sie einen Einsatz aus Meerschaum. Geht man mit der Kalabasch-Pfeife aus dem Haus, fällt man in jedem Fall auf. Doch das machen die wenigstens Pfeifenraucher. Also nicht das Auffallen, sondern das Racuhen der Calabash-Pfeife in der Öffentlichkeit.Die Kalebassen werden speziell für die Herstellung von Pfeifen gezüchtet, aber trotzdem ist jede Form der Kalebasse einzigartig und solch eine Pfeife also ein ganz individuelles Exemplar. Die Kürbisse werden aufwändig  getrocknet und dann die Kalebasse zu einem Pfeifenkopf gestaltet. Der Einsatz aus Meerschaum, der nun seit 1903 in die Calabash eingebaut wird, war nicht immer vorhanden. Schon früher wurden Pfeifen aus den Flaschenkürbissen hergestellt. Diese waren dann meist mit Toneinsätzen ausgestattet.

Die Einsätze sind notwendig, weil der große Hohlraum, der sich unter dem Einsatz befindet, eine große Verwirbelungskammer ist, in dem sich viele Kondensat, Teerrückstände niederschlagen und der Rauch sehr gut gekühlt wird. Das macht die Calabash zu einer Pfeife mit Luftkammertechnik und das Rauchen dieser Pfeife zu einem besonderen Genuss.

Weitere Pfeifenmaterialien

Natürlich gibt es noch weitere Materialien, aus denen Pfeifen hergestellt werden. Ein par davon sollen hier noch Erwähnung finden.

In Missouri, Amerika, werden seit ungefähr 1860 Pfeifen aus Maiskolben hergestellt. Man verwendet dafür eine besondere Maissorte, die fester als der herkömmliche Gemüsemais ist, den wir im Salat oder auf dem Grill haben. Diese Maiskolben-Pfeifen sind besonders günstig in der Fabrikation und werden auch oft als Gastpfeifen gereicht. Außerdem sind sie nicht so lang haltbar wie Pfeifen aus Holz oder Meerschaum. Nichtsdestotrotz wird das Material gern als Missouri Meerschaum bezeichnet.

Porzellanpfeifen waren im 18. und 19. Jahrhundert sehr beliebt, vor allem als Geschenkartikel. Sie wurden unter anderem auch in der berühmten Meißner Porzellanmanufaktur hergestellt und kunstvoll bemalt. Auffällig waren und sind ihre besonders schlanke, lange , gebogene Form. Heute dienen Porzellanpfeifen eigentlich nur noch Dekorationszwecken, denn sie werden beim Rauchen unglaublich heiß. Das Porzellan kann außerdem auch das Kondensat nicht absorbieren.

Ein kleines Kuriosum sind Pfeifen aus Pappmaché. Der Luxuswarenhersteller Stobwasser aus Braunschweig fertigte im 18. Jahrhundert lackierte Pfeifenköpfe aus dem material und ersetzte damit den Meerschaum.

Auch aus Metall wurden eine Zeit lang Pfeifen gefertigt. Ihr könnt euch vorstellen, dass dies ähnlich unbrauchbar zum rauchen war wie Porzellan. Weit verbreitet waren aber Deckel für die Köpfe, die meist aus Metall gearbeitet waren und mit vielen Verzierungen wie Ziselierungen ausgestattet waren.

Das soll es mit unserem kleinen Rundgang durch die Welt der Materialien für Tabakpfeifen gewesen sein. Den gebräuchlichsten Pfeifen, den Bruyère- und Meerschaumpfeifen werden wir aber ganz sicher noch eigene Beiträge widmen, denn über sie gibt es noch einiges zu erzählen. Haben wir noch ein besonderes Material vergessen? habt ihr zum Beispiel schon Erfahrungen mit Pfeifen aus Birnenholz gemacht? dann lasst es uns doch wissen! Schreibt uns einen Kommentar oder schaut auf unserer Facebookseite vorbei.

 

Tabakpfeife – Welche Pfeifenmaterialien gibt es?
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