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Unter den vielen Zigarettenrauchern und Dampfern fällt man als Pfeifenraucher richtig auf. Dabei war das Rauchen der Pfeife früher der Standard, wurde aber mit dem Aufkommen von Zigarren, Zigarillos und Zigaretten verdrängt. Der älteste Tabakpfeifenfund stammt von der Insel Marajo´an der Mündung des Amazonas aus dem 15. Jahrhundert. Auch im nahen Osten gab es schon pfeifenähnliche Objekte, die zumeist für das Konsumieren von Opium und Hanf verwendet wurden.Zu Zeiten des Christopher Kolumbus war das Pfeiferauchen mit Tabak in ganz Nordarmerika gebräuchlich und kam mit den Begleitern des Weltenseglers zu uns nach Europa. Der Pfeifentabak und viele verschiedene Pfeifenformen begannen sich auszubreiten und entfachten das Rauchvergnügen in der europäischen Bevölkerung.

Pfeifentabak – Aroma pur für Genießer

Das Pfeife stopfen, anzünden und rauchen hat viel Gemütliches an sich und wirkt auf manchen etwas kompliziert. Ganz so einfach ist es auch wirklich nicht. Dafür gibt es ja uns, denn wir erklären euch in vielen Artikeln alles rund um die Pfeife und den Rauchgenuss. Neben der Wahl der richtigen Pfeife, von denen es viele verschiedene Arten aus unterschiedlichsten Materialien gibt, muss auch der Tabak wohl ausgewählt werden. Am Anfang hilft da nicht nur der eigene Geschmack, sondern auch gute Freunde, die schon länger Pfeife rauchen und natürlich der freundliche Fachverkäufer im, bei dem ihr euren Pfeifentabak kaufen werdet. Wir wollen euch die verschiedenen Sorten von Pfeifentabak und deren Schnittarten vorstellen. Der Überblick wird euch schon einmal grundsätzlich helfen, wenn ihr zu echten Pfeifenrauchern werden wollt.

Allgemeine Hinweise zum Pfeifentabak

Pfeifentabak soll prinzipiell nicht zu trocken, aber auch nicht zu feucht sein. Wenn Tabak zu trocken ist, brennt er schneller und wird extrem heiß. Dies schadet letztendlich nicht nur dem Genuss, sondern auch der Pfeife. Zu feuchter Tabak brennt schlecht und macht das rauchen unangenehm, auch wenn bei feuchtem Tabak deutlich mehr Aromen entstehen. Der ideale Feuchtigkeitsgehalt eines Pfeifentabaks liegt zwischen 13 und 16 Prozent. Wie ihr den Tabak am besten lagert, um diese optimale Feuchte zu erhalten, verraten wir euch in einem weiteren Artikel.

Sorten von Pfeifentabak

Pfeifentabak besteht aus verschiedenen Rohtabaken und Würztabaken. Die Kombination der verschiedenen Tabake sind unzählige Pfeifentabake entstanden und es kommen immer wieder neue hinzu. Aromatisierungen erweitern das Angebot an Tabak für Pfeifen immens. In Deutschland gibt es weit über 700 Pfeifentabake. Das macht die Wahl für manchen zur Qual. Umso besser, wenn man zumindest über die Grundzüge des Pfeifentabaks Bescheid weiß und die verschiedenen Sorten in ihren Rauch- und Geschmackseigenschaften so besser einschätzen kann.

Pfeifentabak – Rohtabake

Grundsätzlich gibt es beim Rohtabak die Unterscheidung in zwei Sorten – den Virginia-Tabak und den Burley. Außerdem wird oft der Cavendish noch genannt, der aber keine eigene reine Sorte ist. Aus der Mischung der Tabake und die ganz unterschiedlichen Verarbeitungsprozesse und -verfahren entstehen die vielen Sorten, die dann eure Pfeifen füllen.

Virginia- Tabak

Virginia-Tabak ist die heute am häufigsten verwendete Tabaksorte. Benannt ist er nach dem US-Bundesstaat Virginia, da er hier das erste Mal kultiviert wurde. Mehrere hundert Sorten werden mittlerweile weltweit angebaut. Virginia-Tabak ist im Rauch besonders aromatisch und hat einen leicht süßlichen Geruch und Geschmack. Das kommt vom sehr hohen natürlichen Zuckergehalt. Die Ernte der Blätter beginnt, wenn sie anfangen sich gelblich zu verfärben. Die Blätter werden in Bündeln zum Trocknen aufgehängt. Meist werden sie mit Wärme getrocknet (flue-curing) Durch die Heißlufttrocknung behält er seine orangegelbe Färbung und wird deswegen auch heller Tabak genannt. Virginia-Tabak wird oft soßiert und aromatisiert. Der Tabak wird in aromatische Substanzen wie Vanille getränkt und dann wieder getrocknet. Neben den sehr beliebten Vanille-Tabaken sind häufige Aromatisierungen Rosenblätter, Lakritze, Tee, Honig, Schokolade, Rum und Whiskey.

Virginia Pfeifentabak Blätter zum Trocknen

Burley-Tabak

Der zweitwichtigste Tabak ist der Burley. Er wird neben seiner Verwendung als Pfeifentabak besonders häufig für Zigaretten genommen. Typische Anbaugebiete liegen in den USA, aber natürlich wird der Burley-Tabak auch weltweit angebaut. Die Blätter des Burley werden mit 15 bis 20 Zentimetern zwar genauso groß wie die des Virginia, aber sie sind deutlich dicker. Der Burley-Tabak erreicht bei weitem nicht die Süße eines Virginia, sein Zuckergehalt ist wesentlich geringer bis kaum vorhanden. Dafür erinnert das Aroma stark an Kakao. Der Zucker wird den großblättrigen Pflanzen, deren Blätter grün geerntet werden, durch die Lufttrocknung noch größtenteils entzogen. Dafür werden die Blätter in Schuppen zum Trocknen aufgehängt und die Luftzufuhr reguliert (air-curing). Der Tabak bekommt so seine typische braune Farbe und bekommt einen zigarrenähnlichen Geschmack., denn auch Tabak für Zigarren wird an der Luft getrocknet. Lest dazu auch unseren Beitrag zu Anbau und Ernte von Tabak für Zigarren.

Besondere Burley-Tabake

Ein speziell getrockneter Burley-Tabak ist der Kentucky-Tabak. Die Blätter werden nach der Lufttrocknung noch einmal in Rauch getrocknet (fire-curing). Dies geschieht durch ein Holzfeuer im Schuppen, wodurch der Tabak noch ein besonders rauchiges Aroma annimmt.

Perique-Tabak kommt aus Louisiana und ist ein roter Burley. Er ist sehr stark, brennt sehr langsam, schmeckt streng und ist ein seltener Pfeifentabak. Er wird viel kürzer getrocknet und dann in Holzfässern unter starkem Druck bis zu einem Jahr lang gepresst. Perique wird zumeist als Würztabak verwendet und kaum pur geraucht.

Cavendish- Tabak

Cavendish-Tabak ist, wie bereits erwähnt, keine eigene reine Tabaksorte. Virginia-Tabak und Burley-Tabak werden in einem speziellen Verarbeitungsverfahren gemischt. Für diese Methode wird Zucker zugesetzt, da ja der Burley fast keinen enthält. Mittels Dampf wird dem Tabak noch Feuchtigkeit und Wärme zugeführt, er wird gepresst und erwärmt.. Es entsteht ein dunkler, milder Tabak mit einer außerordentlichen Süße.

Orient-Tabak

Orient-Tabak ist eine besondere Virginia-Sorte, die noch um einiges aromatischer ist als der normale Virginia-Tabak. Der Orient-Tabak hat viele eher kleine Blätter, die mit einer Wachsschicht überzogen sind. Die Pflanze wird im Ganzen geerntet und dann die Blätter einzeln abgepflückt und in der Sonne getrocknet (sun-curing). Auch Orienttabak, der vor allem in Griechenland und in der Türkei angebaut wird, wird meist nur als Würztabak anderen Mischungen zugesetzt.

Eine weitere Orient-Tabaksorte ist der Latakia. Latakia wird auch noch zusätzlich im Rauch getrocknet und erhält je nach Holzsorte seinen Geschmack. Ihr findet diesen Pfeifentabak vor allem in englischen Tabakmsichungen.

Pfeifentabak – Press- und Schnittarten

Pfeifentabak könnt ihr in ganz verschiedenen Press- und Schnittarten kaufen. Grundsätzlich könnt ihr euch merken, dass ein Tabak umso langsamer und kühler geraucht wird, desto größer sein Schnitt ist. Die Schnittbreite ist somit ein deutliches Qualitätsmerkmal und bestimmt euren Rauchgenuss entscheidend mit. Gängige Schnittbreiten liegen zwischen 1,5 und 2,5 Millimetern.

Presstabak für Pfeifen

Pfeifentabak ist in den meisten Fällen ein Presstabak. Die Blätter werden nach dem Mischen und Befeuchten zu einem Tabakkuchen gepresst. dafür ist ein Druck von bis zu 50 Tonnen und eine Zeit von mindestens 12 Stunden notwendig. Die entstandenen Platten aus Tabak werden dann gelagert. Dies nimmt einige Wochen in Anspruch, in der der Tabak noch einmal reift und sein Aroma entfaltet. Dann werden die Kuchen in Riegel und dann in feine Scheiben geschnitten. So kommt der Pfeifentabak dann zum Beispiel in den Handel. Dies ist auch gleich eine Schnittart, die wir hier vorgestellt haben – der Flake Cut.

Schnittarten von Pfeifentabak

Pfeifentabak Flake Cut
Flake Cut

Bei der oben beschrieben Methode entsteht Flake-Tabak, den ihr dann als dünne rechteckige Scheiben in den Tüten findet. Andere Bezeichnungen für so komprimierten und geschnittenen Tabak sind Plug Cut oder Navy Cut. Navy Cut heißt der Flake Cut, weil die Methode ursprünglich von Seeleuten entwickelt wurde, um mehr Tabak transportieren zu können. Außerdem hielten die so aufbereiteten Tabake länger, da sie die Feuchtigkeit länger halten.

 

Als Anfängertabak ist ein Flake Cut nicht zu empfehlen, da sein Zerbröseln und das Stopfen der Pfeife etwas Übung erfordert. Richtige Profis schwören aber auf Navy Cuts und bringen diese nur geknickt und gefaltet, nicht zerbröselt, in die Pfeife ein. Sie verbrennen dann bei niedriger Temperatur und setzen dann unglaubliche Aromen frei. Wenn ihr mal eine Weile geübt habt und das Pfeife rauchen nicht mehr ganz so neu für euch ist, probiert das ruhig einmal aus.

Curly Cut

Curly Cut ist ein Strangtabak, der in Scheiben geschnitten wird. Strangtabak wird durch Spinnen der entrippten Tabakblätter zu einem Endlosstrang hergestellt. Dieser wird dann in circa 20 Zentimeter lange Stücke geschnitten. Will man nun seine Pfeife stopfen, schneidet man sich einfach die benötigte Größe ab. Der Curly Cut nun entsteht durch das Verspinnen der ganzen Tabakblätter zu einem Strang mit einem Durchmesser von 3 Zentimetern. Dabei wird den Blättern Olivenöl zugeführt, natürlich nur tröpfchenweise. Diese Verarbeitungsmethode erfolgt komplett von Hand und ist sehr kostspielig. Auch den Curly Cut legt man in Scheiben, geknickt oder gefaltet in die Pfeife. Also ist auch hier wieder ein bisschen Übung vonnöten.

Ready Rubbed

Ihr denkt jetzt: „Also bei Opa hab ich nie solche Scheiben und Stücke gesehen, sondern einfach nur Tabak“. Ja, das kann durchaus sein. Wie schon erwähnt, braucht man für das Rauchen von Flake oder Curly Cut etwas Übung. Deswegen gibt es natürlich eine Erleichterung für den Pfeifenraucher – den Ready Rubbed (Mixture). Der Tabak wird wie beim Flake Cut einmal geschnitten und dann in einer Wirbeltrommel in handliche Flakes zerwirbelt. Diese Schnittart ist die mittlerweile am häufigsten genutzte und genau das, was ihr in den kleinen Tüten von Opa wahrscheinlich gesehen habt.

Dies sind nur die gebräuchlichsten Schnittarten. Es gibt aber noch mehr, zum Beispiel den Crimp Cut, ein sehr kurz geschnittener Pfeifentabak oder den lose geschnittenen Tabak. Der Loose Cut wird nicht gepresst und muss nicht aufgelockert werden. Der Crimp Cut wird nur kurz gepresst und erhält durch den Schnitt und eine spezielle Trocknung eine leicht gekräuselte Form. Auch diese beiden Schnittarten sind einfach zu handhaben und eigenen sich für den Anfänger hervorragend.

So, jetzt wisst ihr Bescheid. Sicherlich war das noch nicht die komplette Ladung an Wissen über Pfeifentabak-Sorten und deren Schnitttechniken, aber durchaus ein guter Überblick. Wenn ihr noch weitere Sorten kennt, die wir nicht erwähnt haben oder eine ganz besondere Schnittart bevorzugt, dann schreibt uns doch gern einen Kommentar. Wir bauen diese gern ein und andere Leser freuen sich auch über zusätzliche Informationen in den Kommentaren.

Pfeifentabak Sorten und Schnittarten
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