Um das Pfeife Rauchen ranken sich so einige  Mythen und Legenden. Es gibt viele Rituale unter den Pfeifenrauchern. Und wenn man sich noch gar nicht damit beschäftigt hat oder ein ganz neuer Pfeifenraucher ist, dann erscheint das Rauchen einer Pfeife fast als Kunst. Eine Unterkategorie dieser Kunst ist das Einrauchen der Pfeife. Langsames ruhiges Einrauchen ist wichtig, damit die Pfeife nicht überhitzt. So gewöhnt man das Holz an die Hitze, die durch die Tabakglut entsteht. Auch einrauchbeschichtete Pfeifen solltet ihr einrauchen. Doch keine Angst: Es ist wahrlich nicht schwer. Wie ihr Pfeifen einraucht, erklärt dieser Artikel.

Muss man alle Pfeifen einrauchen?

Wie schon erwähnt, soll das Pfeifen Einrauchen verhindern, dass die hohe Hitzeeinwirkung dazu führt, dass das Holz bricht. In Fachkreisen wird das als Durchbrennen der Pfeife bezeichnet. Dies deutet schon an, dass sich das Einrauchen einer Pfeife nur auf die Pfeifen aus Holz bezieht. Alle anderen Materialarten für Pfeifen, wie zum Beispiel Meerschaum oder Ton, bringen von vornherein ein extrem hohe Hitzebeständigkeit mit.  Die meisten Pfeifen sind heutzutage aber aus Holz, genauer gesagt aus Bryére-Holz, gefertigt. Viele davon sind mittlerweile von vornherein mit einer Einrauchpaste behandelt und sollen das Einrauchen überflüssig machen. Hier streiten sich aber die Geister der Pfeifenraucher. Die meisten rauchen auch beschichtete Pfeifen ein und das empfehlen auch wir. Unbeschichtete Pfeifen müssen in jedem Fall eingeraucht werden.

Warum muss man Pfeifen einrauchen?

Durch das Einrauchen einer Pfeife wird im Innern der Brennkammer, also im Pfeifenkopf, eine Karbonschicht, der sogenannten Cake,  aufgebaut. Dies sind Ablagerungen von Asche, Rauchkondensat und natürlichem Zucker aus dem Tabak. Am Anfang kann dabei durchaus die Innenschicht des Holzes ein wenig angebrannt werden, um so wichtiger ist es , eben bei den ersten Rauchgängen etwas vorsichtiger zu ziehen. Aber dazu gleich. Der Cake schützt dann das Holz und die Pfeife darf nach dem Einrauchen im normalen Gebrauch auch ruhig etwas heißer werden, also fester gestopft oder stärker daran gezogen werden.

Wie raucht man eine Pfeife denn nun ein?

Füllt eure Pfeife zu drei Vierteln mit nicht zu feuchten und kaum aromatisiertem Tabak. Verwendet auf keinen Fall zu trockenen Tabak und schon gar keinen Feinschnitt. Achtet darauf, dass ihr wirklich nicht fest stopft, sondern den Tabak eher einrieseln lasst und nur leicht festdrückt. Lest dazu auch, wie man Pfeifen richtig stopft. Nun zündet ihr euch genüsslich eure erste Pfeife oder eure neue Pfeife an. Dafür verwendet ihr am besten Streichhölzer oder ein spezielles Pfeifen-Feuerzeug. Nun gilt es, regelmäßig und nicht zu stark an der Pfeife zu ziehen, immer nur soviel, dass sie euch nicht ausgeht. Das ist wichtig beim Pfeifen einrauchen, denn so bleibt die Pfeife relativ kühl. Außerdem schmeckt sie so besser.  Drückt ab und an mit dem Pfeifenstopfer, den ihr  hoffentlich in eurem Pfeifenzubehör habt, nach. Aber bitte nicht zu fest, es sollte eher ein Streicheln sein, kein festes Drücken. Auch dies hält den Pfeifenkopf kühl und sorgt für ein regelmäßigeres Verglimmen des Tabaks.

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Versucht, die Pfeife bis zum Ende zu rauchen – aber quält euch nicht!

Grundsätzlich solltet ihr beim Pfeifen einrauchen versuchen, die Pfeife bis zum Ende zu rauchen. Aber holt nicht das Allerletzte aus ihr raus. Das schadet mehr als es nutzt und kann zu Verbrennungen in der Pfeife führen.  Wird die Pfeife zu heiß, legt sie ruhig beiseite und lasst sie erkalten oder auch ausgehen. Zündet die Pfeife dann wieder an und raucht gemächlich weiter. Solltet ihr allerdings einen brenzligen oder bitteren Geruch oder Geschmack wahrnehmen, dann ist es besser, die Pfeife auszuräumen. Schaut in dem Fall nach, ob sich in eurer Pfeife Brandnarben finden

Mythos Drittelmethode beim Pfeifen einrauchen

Der alte Mythos, dass man eine Pfeife in einer Dreierstaffelung einrauchen sollte, tut eurer Pfeife nicht gut, sondern kann ihr sogar schaden. Die Drittelmethode beim Einrauchen besagt, dass man seine Pfeife fünfmal zu einem Drittel gefüllt, fünfmal zu zwei Dritteln gefüllt und fünfmal ganz gefüllt rauchen soll. Dann wäre sie eingeraucht und der Cake hätte sich optimal gebildet. Diese Methode wurde früher angewandt, um auch Pfeifen aus nicht so edlem Holz langsam an die Hitze zu gewöhnen. Manche Pfeifenraucher machen dies noch so mit unbeschichteten Pfeifen. Aber eigentlich birgt das in der Regel eher die Gefahr, dass die Hitze sehr unregelmäßig verteilt wird und so Spannungen zwischen kalten und heißen Zonen entstehen. Folge können dann Haarrisse sein.

Besonderheiten beim Pfeifen einrauchen mit Filter

In Zeiten von hocharomatisiertem Tabak und sicherlich auch aus gesundheitlichen Gründen, werden immer mehr Pfeifen mit Filtern ausgerüstet oder bieten eine Möglichkeit der Nachrüstung. Beim Pfeifen einrauchen mit Filtern solltet ihr daher ein bisschen vorsichtiger sein. Die Filter erhöhen den Zugwiderstand und so zieht man als Raucher stärker an der Pfeife. Da ihr beim Einrauchen die Pfeife möglichst kühl rauchen und auf verdächtige Geschmäcker und Gerüche achten solltet, spielt euch der Filter hier gern einen Streich.  Durch das Herausfiltern typisch bitterer Geschmäcker ist es nicht mehr ganz so einfach, zu merken, ob es in der Pfeife brenzlig wird. Daher umfasst beim Einrauchen der Pfeife mit Filter unbedingt den Pfeifenkopf, um die Hitze kontrollieren zu können.

Wenn ihr nun all unsere Tipps beherzigt, dürfte dem Pfeife einrauchen nichts mehr im Wege stehen und wir wünschen euch genussvolle Stunden mit eurer neuen Pfeife.

 

Pfeifen einrauchen ist (k)eine Kunst!
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